Neuseeland Rundreise
Lake Manapouri - Doubtful Sound – Lake Manapouri - QueenstownLake Manapouri - Doubtful Sound – Lake Manapouri - Queenstown
Lake Manapouri - Doubtful Sound – Lake Manapouri - Queenstown - 11. August
„How about a bit of snow?“ Ein Blick aus unserem Camper um 6:30 Uhr sagt uns: warum haben wir gezögert, „nein“ zu sagen? Draußen ist alles weiß. Und wir haben bereits die Tickets für unseren Ausflug! Okay, jammern gilt nicht. Raus durch die Kälte in den Waschraum, Katzenwäsche und einen schnellen Tee zum wach werden.
Das Boot über den Manapouri-See fährt nicht vor 8:30 Uhr – eine Gruppe spanischer Bustouristen hatte sich angesagt. Deren morgendliche Fahrt von Queenstown hierher ist durch den Neuschnee nun ein bisschen länger geworden. Aber jetzt geht´s los. Schnatter, schnatter. Der Blick auf die umgebende Szenerie entschädigt für die Kälte.
Nach der Seeüberquerung folgt das Größte: einstündige Busfahrt über einen Pass zum Doubtful Sound. Anlegen von Schneeketten inclusive. Schneehöhe fast einen Meter – wow! Der vom vorausgefahrenen Schneeräumer aufgetürmte Schnee schimmert in den Spalten blau. Warum? Wir wissen keine Antwort. Kurz vor dem Anleger an der Grove Bay ein Schild: Vorsicht Kinder. Und dann tatsächlich Fußstapfen im Schnee. Die Auflösung: hier in der Wildnis gibt es ein Schullandheim für Projekte mit Schülern, Lehrern und Eltern. Das hat was. Das wäre auch etwas für unsere Konsum geschädigten Kids.
Es folgt eine knapp zweistündige Fahrt durch den Doubtful Sound. Captain Cook traute sich hier 1770 mit seiner Endeavour nicht rein.
Wir jedoch sind unabhängig vom Wind, unser futuristisches Schnellboot rauscht an den beeindruckenden Bergen nur so vorbei. Nur ein schmaler unterer Streifen des Regenwaldes ist grün, darüber ist alles weiß und die Gipfel sind in Wolken verhüllt. Aber dann und wann ergibt sich ein beeindruckender Ausblick. Und dann die von den Hochglanzprospekten versprochene Tierwelt des Meeres! Ein (!) Seehund auf der Jagd und ein Gelbaugen-Pinguin, kaum sichtbar unter einer Baumwurzel (nur der Captain sah ihn als Einziger deutlich). Und Wale und sich tummelnde Tümmler? Fehlanzeige. Am meisten hatte ich mich ja über die Sandflies gefreut. Auch nix. Der Apotheker in Te Anau war wohl mehr Kaufmann als Biologe, als er mir das allseits gepriesene insect repellent (kein Reisführer macht es ohne) aufschwatzte. Hätte ich auf Anne gehört („Im Winter gibt es keine Flies“). Nun gut, ein Souvenir vom Doubtful Sound für 11NZD.
Ach ja, zum Programm des Tages gehört noch ein Besuch des Unterirdischen Kraftwerks. Interessant – mitgenommen und zurück über den Marapuri-See. Wir haben heute noch was vor.
Mit Tempo geht es in unserem gemütlichen Camper weiter nach Queenstown. Zwei Stunden flotte Fahrt, zum Glück auf trockenen und schneefreien Straßen. Wir sind rechtzeitig vor der Dämmerung da. Erster Eindruck: hier steppt der Bär. Verrückte Sportangebote für Freaks und Ausgeflippte: Bungee, diverse Watersports, Snowboard, etc. Die Devise lautet hier: ich will dies ich will das – wo kann ich zahlen? Queenstown hat sein Licht der Welt als Goldgräberstadt entdeckt. Heute holt sich die Stadt den Reichtum wieder zurück. Es regnet, aber unser Campervan ist plugged-in und wir stürzen jetzt – regengeschützt – in den Trubel.

Reisebericht Australien